Naturschutzgebiet Salzenteichsheide

Infolge einer Erbschaft war es dem Verein möglich, Anfang der 1990er Jahre ein ökologisch wertvolles Grundstück im NSG Salzenteichsheide bei Borgholzhausen zu erwerben. Die Entwicklung und Pflege dieser ca. 4,5 ha großen Feuchtwiesen- und Waldfläche gehört seither zu den Daueraufgaben des Vereins, die einige Zeit und Mühen erfordern. Während der Wald sich als Naturwald selbst entwickeln kann, ist die Pflege der Feuchtwiese und der dort angelegten Amphibienteiche aufwändig. Neben einer einmaligen Mahd pro Jahr mit Abfuhr des Grünschnitts ist der Gehölzaufwuchs zurückzuschneiden, der die Wiese bedrängt. Auch die Goldrute breitet sich massiv aus und muss kurz gehalten werden. Solche weitgehend von Hand zu erledigenden Arbeiten sind nur im größeren Team leistbar – jegliche Hilfe ist willkommen!

 

Über die Geschichte (Salzgewinnung, Tonabbau) und einige Bewohner des Naturschutzgebietes gibt die Internetseite der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld Auskunft, die das Gebiet im Auftrag des Kreises Gütersloh fachlich betreut. Der Artikel "Die Salzenteichsheide - von der Rohstoffgewinnung zum Naturschutzgebiet" von B. Walter & D. Nolkemper aus dem Heimatjahrbuch Kreis Gütersloh 1997 kann von der Internetseite der
Stadt Borgholzhausen heruntergeladen werden.

 

Wertgebende Arten unserer Vereinsfläche sind u.a. ein großer Bestand des Fuchs’schen Knabenkrautes und mehrerer anderer Orchideenarten, Totholzbewohner im Wald sowie Libellen und Amphibien der Teiche.

Von der Pflege der Feuchtwiese profitiert u.a. das Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii)

Download
Haller Kreisblatt am 28. November 2018: Orchideen auf dem Vormarsch
Ein Bericht von Minea Gartzlaff aus der Aktivgruppe im Haller Kreisblatt
HallerKreisblatt-2018-11-28_Orchideen-au
Portable Network Grafik Format 1.6 MB

Gleich in den ersten Jahren wurden drei Artenschutzteiche im Gebiet angelegt, die von Amphibien, Insekten und tlw. auch von Fischen besiedelt wurden. Trotz regelmäßiger Pflege wuchsen die Teiche im Laufe der Jahre in großen Teilen zu (Weidengebüsch, Röhricht), so dass zwei Teiche im Jahr 2020 neu ausgebaggert werden mussten, während der dritte Teich als verlandete Senke belassen wurde. Die Baggerarbeiten wurden vom Kreis Gütersloh finanziert und von der Biostation Gütersloh/Bielefeld mitbetreut. Wenn die „Bauwunden“ verheilt (sprich: überwachsen) sind, wird der Wert des Gebietes für Teichbewohner künftig wieder hoch sein. Etwas Kopfschmerzen bereiten die im großen Teich verbliebenen Fische (Barsche, Rotfedern, Plötzen, Güster und Brassen), die vermutlich irgendwann von unbekannt eingesetzt wurden und für den Amphibiennachwuchs nicht förderlich sind. Wir hoffen, dass die Grau- und Silberreiher jetzt den reich gedeckten Tisch zu schätzen wissen! Ggf. müssen wir aber in den kommenden Jahren abfischen, um den Naturschutzwert für Amphibien wiederherzustellen.

Sanierung zweier Amphibienteiche im Herbst 2020 (Fotos: J. Albrecht, G. Höweler).