
Die Initiativen BIGTAB und Widuland laden ein zur Teilnahme an einer Menschenkette gegen die geplante Neubaustrecke Hannover-Bielefeld (Varianten 3 und 4) am Sonntag, den 17. Mai um 14.00 Uhr in Bückeburg, Ortsteil Scheie, Retholzstraße / Ecke Am Bohnenkamp. Die Abschlusskundgebung ist für 16.30 Uhr an der Schraubbar Kronenwerke geplant. Parkplatzempfehlung: Dorfgemeinschaftshaus Schleie, Am Brühlfeld 1, Bückeburg-Schleie. Weitere Inosf unter https://www.bigtab.info/neuigkeiten/
Die DB-Tochter InfraGo lädt am Montag, den 19. Januar 2026 von 17 bis 21 Uhr, zu einem "Info-Markt" in die Hechelei, Ravensberger Park 6, ein. Auf der Tagesordnung steht die Erörterung der zwei Korridor-Varianten für die ICE-Trasse nach Hannover. Informieren Sie sich über die Auswirkungen der beiden verbliebenen Trassenvarianten, stellen Sie kritische Fragen! Mehr: https://www.hannover-bielefeld.de/node/78605.
Proteste wurden nur vor der Hechelei toleriert...
Die bisher betrachteten 12 Varianten für die Hochgeschwindigkeits-Trasse der ICE-Neuplanung Hannover-Bielefeld hat die Bahn nun auf zwei Varianten reduziert, mit denen weitergeplant werden soll: V3 und V4. Im Bereich Bielefeld/Herford führt die Variante V4 nach Norden über Brake und Herford (über den bisherigen Hauptbahnhof HF), wobei im Abschnitt nördlich Brake offenbar eine Neutrassierung östlich der B 61 durch das Aa-Tal verfolgt wird. Die Variante 3 biegt in Bielefeld nach Osten ab und verläuft dann zwischen Herford und Bad Salzuflen durch viele Tunnel nach Nordosten, wobei in Bielefeld zwei verschiedene Anbindungen möglich sind: die „Anbindung Brake“ biegt nördlich des Bahnhofs Brake nach Osten ab, die „Anbindung Schildesche“ bereits in Höhe des Obersees und führt dann durch die Johannisbachaue und entlang des Nordrandes von Milse in Richtung Autobahn A2. Etwa ab Vlotho verlaufen dann beide Varianten auf derselben Trasse (Weserquerung nördlich Vlotho, Wesergebirgstunnel, Bückeburger Niederung, Stadthagen, Seelze, Hannover).
Darstellung der Vorzugsvarianten V3 und V4 auf dem Bahnportal https://www.hannover-bielefeld.de:
oben: Gesamtstrecke Bielefeld-Hannover / Varianten 3 und 4 mit Bestands-Trasse (schwarz)
Mitte: Die Variantenkorridore 3 und 4 projiziert auf Luftbild und Siedlungs-Reliefkarte
unten: Die Abzweigungen der Varianten in Bielefeld-Nord mit den beiden Anbindungen der Variante 3 "Brake" und "Schildesche" .
Erläuterung der Trassenfarben: blau = Damm, Einschnitt; grün = Brücke; orange gestrichelt = Tunnel; hellorange getönte Flächen = 1.000 Meter breiter Trassen-Korridor.
(zum Vergrößern anklicken!)
Die Umwelt- und Naturschutzverbände reagierten mit scharfer Kritik am Ergebnis dieser „Abschichtung“ von Trassenvarianten: „Die Bahn will mit zwei Varianten weiterplanen, die besonders heftig in mehrere äußerst sensible Naturschutzbereiche eingreifen würden“, kommentiert Karsten Otte, Sprecher der Bezirkskonferenz Naturschutz Ostwestfalen-Lippe. „Inakzeptabel ist, dass die Bahn den von den Verbänden und Kommunen der Region geforderten natur- und klimaverträglichen Ausbau entlang der Bestandsstrecke nicht ernsthaft geprüft hat“. „Der Landwirtschaft gehen hochwertige Böden verloren und vielen Betriebe droht mit dieser Trasse das Aus“.
Würde etwa die Neubautrasse V 3 umgesetzt, drohten riesige Eingriffe in Natur und Landschaft. Geplant seien alleine 25 km Tunnelstrecke, vier große Talbrücken und auf etwa 40 km Länge Dämme und Einschnitte. Seit langem fordern die Verbände die Vorlage einer realistischen Wirtschaftlichkeitsberechnung. Ergebnis würde nach ihrer Einschätzung sein, dass mit der Neubaustrecke Geld verbrannt wird, das dringend für den Ausbau der Regionalverkehre gebraucht würde. Auch die Klimaverträglichkeit werde nicht ernsthaft geprüft. Damit verstoße die Bahn gegen das Klimaschutzgesetz, nachdem für solche Planungen eine CO2-Bilanz vorzulegen sei.
(vgl. auch Presseberichte vom 6.12.2025 weiter unten)
Am 27.10.2025 um 19 Uhr referiert in der Bürgerwache der Vorsitzende der Bürgerinitiative WiduLand über den Stand der Planung der Neubaustrecke von Bielefeld nach Hannover. WiduLand ist ein Zusammenschluss von Bürgern aus dem nördlichen OWL und südlichen Niedersachsen. Durch dieses landwirtschaftlich geprägte Gebiet soll eine Betontrasse mit sehr vielen Brücken und Tunneln führen. Die Gegend wird viele Jahre durch den Bau und später den Betrieb der Schnellbahntrasse enorm belastet werden, ohne dass die Bürger dort einen besseren Bahnanschluss bekommen werden.
Ein wissenschaftliches Gutachten im Auftrag der Bürgerinitiative hat ergeben, dass die riesigen Mengen an verbautem Beton so viel CO2 freisetzt, dass es die Bahn im Betrieb nicht wieder aufholen kann. Die Begründung für die Schnellbahntrasse ist der Deutschland-Takt, der Reisen im Fernverkehr schneller und einfacher machen soll. Allerdings soll er erst 2070 fertig sein und Baumaßnahmen von vielen Milliarden Euro notwendig machen. Die Bürgerinitiative WiduLand hat ein Konzept entwickelt, dass auf den Ausbau der Bestandsstrecken setzt. Dieses Konzept wird viel schneller Ergebnisse erzielen und mehr Bürgern Verbesserungen ermöglichen als der Deutschland-Takt.
Jens Köster wird am 27.10. die bisherige Arbeit der Bürgerinitiative vorstellen und auf die erfolgreiche Petition eingehen, die in diesem Jahr dem Bundestag übergeben wurde. Auch wenn über die Neubaustrecke zurzeit wenig gesprochen wird, plant die Bahn daran munter weiter. Es sind schon 24 Millionen Euro in die Planung geflossen. Die Zerstörung der Johannisbachaue und umfangreiche Naturzerstörungen in Schildesche und Brake werden Auswirkungen dieser Planung sein. Der Eintritt ist frei!
Bis zum 9. Juli 2025 konnte die Petition 180105 zur „Neuberechnung des Deutschlandtakts mit reduzierter Höchstgeschwindigkeit und einer Priorisierung des Bestandsnetzausbaus“ mitgezeichnet werden.
Die Initiatoren dieser Petition sind:
Der Text der Petition kann hier heruntergeladen werden:
Im Vorfeld der Bundestagswahl haben die Bielefelder Naturschutzverbände NABU, BUND, Naturwissenschaftlicher Verein und pro grün am 10. Februar 2025 zu einem Pressegespräch auf die Johannisbachbrücke unterm Viadukt eingeladen. Sie erläuterten dort den Pressevertreter*innen von NW, WB, WDR und Radio Bielefeld ihre an die Bundestagskandidatinnen und -kandidaten sowie den Stadtrat gerichteten Forderungen:
Am selben Tag ging im Bielefelder Rathaus auch ein entsprechender Bürgerantrag der Naturschutzverbände nach § 24 der Gemeindeordnung NRW ein, der ein klares Bekenntnis zum Naturschutz in der Johannisbachaue sowie in diesem Sinne eine aktive Beteiligung der Stadt Bielefeld im weiteren Planverfahren der ICE-Strecke Hannover-Bielefeld einfordert. Der Stadtentwicklungsausschuss (StEA) hat den Bürgerantrag leider mehrheitlich nicht unterstützt, sondern einen weichgespülten Gegenantrag von SPD/CDU beschlossen (vgl. Presseberichte zum Bürgerantrag).
Der genaue Wortlaut der Presseinformation und des Bürgerantrages mit jeweils ausführlicher Begründung steht hier zum Download zur Verfügung:
VertreterInnnen der Naturschutzverbände beim Anregungs-
und Beschwerdeausschuss am 8. April 2025
(Fotos: J. Albrecht)
Wohl alle Bahnfahrer*innen kennen das tägliche Chaos im Bahnverkehr. Doch statt schnelle, kostengünstige und damit nah an den Bestands-Trassen orientierte Lösungen zu suchen, verliert sich die Bahn im Wolkenkuckucksheim und plant monströse, nicht finanzierbare Megaprojekte, die noch in Jahrzehnten keine Besserung bringen, Natur und Landschaft aber maximal schädigen werden.
Nach dem gescheiterten Dialogprozess hat die Bahn im August 2024 zwölf Korridore für die ICE-Trasse Bielefeld-Hannover vorgeschlagen, für die im Bereich Bielefeld-Herford drei verschiedene Anbindungen angedacht sind (Abb. 1):
Abb. 2 bis 4: Anbindungen Herford, Schildesche und Brake.
Quelle:
https://www.hannover-bielefeld.de/trassen-korridor/anbindungen-bielefeld
Die Anbindung Herford (Abb. 2) orientiert sich weitgehend am vorhandenen Schienenweg, überquert den Johannisbach mit einer neuen Brücke parallel zum Viadukt, schwenkt dann aber als Variante V11 östlich Brake in die Aa-Niederung, quert dort die Aa mehrfach (Aa-Niederung ade?!?) und kehrt erst in Herford wieder auf den jetzigen Verlauf zurück. Nur bei dieser Variante verbleibt der Herforder Bahnhof am Schnellbahnnetz!
Die Anbindung Schildesche (Abb. 3, 5, 6) quert den Johannisbach weiter östlich mit einer neuen Brücke, verläuft dann in Hochlage (auf Stelzen und Damm) längs der Johannisbachaue unmittelbar nordwestlich an Halhof und Hof Jerrendorf vorbei (Johannisbachaue ade?!?), und verlässt als Variante V10 bzw. V12 die Johannisbachniederung nach Osten an der Kreuzung Herforder / Grafenheider Straße, wo ja bereits die Ostwestfalenstraße in einem Riesenknotenpunkt angebunden werden soll.
Abb. 5, 6: Anbindung Schildesche: Bahnquerung der Johannisbachaue heute – und morgen?
(Blick nach Nordosten; unten links: Am Balgenstück, oben Mitte: Halhof und Jerrendorf)
Quelle: https://www.hannover-bielefeld.de/trassen-korridor/anbindungen-bielefeld
Die Anbindung Brake (Abb. 4, 7, 8) führt verbreitert durch Brake, mündet in Höhe der Möbelfabrik Kerkmann und der daneben aufgestellten Dampflok Victoria in die Aa-Niederung und verläuft dann wie bei der Anbindung Schildesche als Variante V10 bzw. V12 nach Nordost zwischen Herford und Bad Salzuflen.
Abb. 7, 8: Anbindung Brake: Umbau der Bestandsstrecke, Ausschleusung der Neubaustrecke nördlich des Bahnhofs Brake und Querung der Aa-Niederung östlich von Brake (Blick nach Südwest; links B 61 mit Möbelfabrik Kerkmann und Dampflok Victoria, rechts Brake). Quelle: https://www.hannover-bielefeld.de/trassen-korridor/anbindungen-bielefeld
Weitere Details und alle von der Bahn vorgeschlagenen Korridor-Varianten siehe www.hannover-bielefeld.de.
Festzuhalten bleibt: Die Varianten 2, 3, 5, 8, 9, 10 und 12 zerstören (nicht nur) die Bielefelder Johannisbachaue!
Trassen für die Korridor-Varianten 2, 3, 5, 8, 9, 10 und 12 im Bielefelder Norden (Karte/Luftbild: www.hannover-bielefeld.de).
Die Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände Niedersachsen/OWL fordert länderübergreifend in einer Erklärung vom 5. September 2024 den sofortigen Ausbau der Bestands-Trasse und Investitionen in die Sanierung und den Ausbau der vorhandenen Infrastruktur. Denn keine der ins Auge gefassten zwölf Varianten entspricht den Erfordernissen an eine umweltfreundliche, nachhaltige und zukunftsfähige Trassenplanung, weil alle, von vielen Akteuren und Fachleuten aus der Region geforderten, bestandstrassennahen und kostengünstigeren Varianten aus der Bewertung fallen, da sie die von der DB gesetzte Vorgabe von 31 Minuten Fahrzeit für ICE zwischen Bielefeld und Hannover nicht erfüllen. Diese Position deckt sich sehr weitgehend mit der Landwirtschaft und der Politik in OWL (vgl. Pressespiegel unten).
Die Stellungnahmen der Bielefelder Umweltverbände und des Bündnisses "Verkehrswende OWL" zu den Bahnkorridoren und zum Deutschlandtakt lesen Sie unten.
Auf der Seite https://www.hannover-bielefeld.de/anregen können Sie der Bahn direkt Hinweise zu deren Vorschlägen schreiben.