Usutu-Virus auch in Bielefeld nachgewiesen

Verdachtsfälle beim NABU-Bundesverband melden

Gesundes Amselmännchen (Foto: Andreas Schäfferling)

Das aus Afrika kommende Usutu-Virus erreichte 2011 Deutschland und führte 2016 zum ersten großen Amselstreben, damals vor allem in Südwestdeutschland. Der Erreger hat sich von dort weiter ausgebreitet, inzwischen ganz Deutschland erobert und zwischen Mai und November zum Teil massenhafte Vogelsterben ausgelöst, die vor allem Amseln betreffen. Auch in Ostwestfalen wurde das Usutu-Virus nachgewiesen, es befällt hauptsächlich Amseln, aber auch Singdrosseln, andere Drosseln und gelegentlich erkranken andere Vogelarten.

Infizierte Vögel zeigen ein apathisches Verhalten, keine Fluchttendenzen bei Annäherung, torkelnde Bewegungen und im Kopfbereich ein zerzaustes Gefieder. Der NABU-Bundesverband sammelt bereits seit 2011 verdächtige Totfundmeldungen. Weitere Informationen zu der Viruskrankheit und der Datenmeldung bietet die Internetseite des NABU-Bundesverbandes.

In OWL kann das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Ostwestfalen-Lippe (CVUA-OWL) Untersuchungen vornehmen: CVUA-OWL, Westerfeldstraße 1, 32758 Detmold, Telefon: 05231/911-9, Telefax: 05231/911-503, E-Mail: poststelle@cvua-owl.de , www.cvua-owl.de.

Der CVUA-Jahresbericht für 2018 enthält folgende Zahlen:
Insgesamt wurden im Regierungsbezirk Detmold 30 Wildvögel auf Usutu-Virus untersucht, davon waren 13 positiv, die sich wie folgt verteilen:

Stadt/Kreis

Wildvögel

Bielefeld

3 x Amsel, 1 x Eichelhäher

Paderborn

4 x Amsel

Gütersloh

1 x Amsel

Herford

2 x Amsel

Minden-Lübbecke

1 x Amsel, 1 x Blaumeise

Vor Einsendung oder Probenabgabe sollte man sich beim CVUA telefonisch zur Methodik beraten lassen! Die CVUA-Probenannahme ist werktags außer samstags zwischen 7.30 und 15.30 Uhr besetzt, Tel. 05231-911666. Es wird empfohlen, die Vögel vorsorglich nicht mit den bloßen Händen, sondern nur mit Handschuhen und/oder einer umgestülpten Plastiktüte aufzunehmen und die Hände anschließend zu reinigen. Wer tote Vögel nicht sicherstellen möchte sollte sie begraben oder über den Hausmüll entsorgen.

Zusätzlich bzw. alternativ empfiehlt die Internetseite des NABU-Bundesverbandes eine Meldung (per Meldeformular und mit Foto) beim NABU-Bundesverband sowie die Einsendung frischtoter Vögel mit Kühlakku an das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg zur virologischen Untersuchung:

Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI), Dr. Jonas Schmidt-Chanasit,
Bernhard-Nocht-Straße 74, 20359 Hamburg, Tel. 040-42818-959, Fax 040-42818-941.

 

Es empfiehlt sich besonders vor Wochenenden, evtl. Einsendung vorab mit dem BNI oder dem CVUA telefonisch abzustimmen.